"INCREDIBLE INDIA"

Indienreise vom 09. bis 25. Februar 2010­­ 

Reisebericht von Margrit Lange, Neustadt (damals Lindenberg)

Nach jahrelangem Bemühen seitens Father Allam hatte ich mich nun doch entschlossen, Indien NAMASTE zu sagen. ­

Wir, eine kleine Gruppe von 16 Personen, durften eine gut geplante und ausgearbeitete Reise antreten. Father Allam und auch Michaele Hammer gilt unser Dank für die Arbeit im Vorfeld und die fürsorgliche Reisebegleitung. Unser Reisetruppe zeigte sich bald als ausgesprochen harmonisch, vernünftig und auch heiter.

Wie schon die früheren Reisen mit Father Allam führte auch unser Weg zu berühmten Stätten und Höhepunkten, wie man im anhängenden Reiseverlauf ersehen kann. Obwohl auch ich jedes Bauwerk mit Bewunderung besichtigt habe, darf ich mich doch lieber meinen  kleinen Beobachtungen am Rande widmen.

Gleich habe ich mal die Uhrzeiten unten im Tagesplan weggelassen, denn wir hatten immer „Indische Zeit“!

Unser gemeinsames Tagesprogramm begann im Bus jeweils mit singen und beten. Ich werde wohl noch lange beim Lied „Segne du Maria“ an unseren Gesang während der Fahrt durch die tosende City von Delhi denken.

Mitreisende, die Indien bereits erlebt hatten, beschrieben die positiven Veränderungen: Mehr Fortschritt, weniger Armut, nur noch einzelne „heilige Kühe“ auf den Straßen. Geblieben ist die überwältigende Freundlichkeit der Menschen uns Europäern gegenüber, besonders die der Kinder. Von uns fotografiert zu werden ist wohl das Größte.

Im Norden des Landes erlebten wir ein für uns angenehmes Klima. Die Inder jedoch schützten sich bei 18-24 Grad mit Kopfbedeckungen und Ohrenschützern; denn es war ja Winter!. Selbst unser Busfahrer, der uns durch das Goldene Dreieck begleitete, hatte morgens einen Wollschal um seine hennarot-gefärbten Haare geschlungen. Das Färben der grauen Männerköpfe, auch gelegentlich das der  Bärte, ist eine neue Mode im Norden.

Eines fiel uns jedoch immer besonders auf: Geht man durch das Tor eines Palastes oder eines Forts, so betritt man eine eigene Welt, eine Märchenwelt in der es gepflegt und sauber ist. Jedes Mal ein extremer Kontrast von außen zu drinnen. Draußen, die sich ständig bewegenden Menschenmassen in einer nie gesehenen Farbenvielfalt der Kleidung, die verschiedensten Fahrzeuge, vom Bus über die Tuc-Tucs, zu den hochbeladenen Fahrrad-Rikschas und dann dieser unvergessliche Straßenlärm. Indische Fahrzeuge brauchen drei Dinge, so erfuhren wir: Hupe, Bremse und Glück. Auf die Bremse kann man zur Not verzichten. Unfassbar, dass nicht mehr Unfälle geschehen, bei diesem Gewühle.

In New Delhi wird zur Zeit mit Hochdruck eine Autobahn über die Stadt gezogen, um bis zu den Commonwealth Games im Oktober diesen Jahres die Stadt vom  ständigen Stau zu befreien. An verschieden Stellen in der Stadt wachsen Betonsäulen, wird  gewerkelt. Alles wirkte für uns eher planlos.

Aber die Inder überraschen uns ja immer wieder. Auf diesen Baustellen und auch beim Hausbau im ganzen Land sahen wir viele Frauen schwer arbeiten.

Uns Europäern ist es nicht verständlich, warum man dem vielen Dreck und Plastikmüll an den Straßenrändern und in den Gewässern nicht Herr werden kann. Wenn man dann allerdings später auch den Süden des Landes bereist und erfährt und sieht, dass dort eine Müllabfuhr funktioniert, dass es auch Müllverbrennungsanlagen gibt, so lässt uns dies für die Zukunft im Norden hoffen. Der Süden des Landes ist wirklich sauberer - von den Slums abgesehen.

Auf unseren Fahrten durch das grüne Land mit Reis-, Senf- , Mais- und im Süden Chili-, Tabak- und Baumwollfeldern, sahen wir oft, wie die Menschen die Kuhfladen trockneten, zum Verbrennen und auch zum Hüttenbau. Auffallend  viele Backsteinproduktionen erkannten wir an ihren rauchenden Kaminen. 

Auch auf unserer Tour waren die absoluten Höhepunkte die Begegnungen mit den Menschen, nicht die mit den Bauwerken.

Die Besuche der Mutter-Teresa-Häuser und dort die freundliche und fürsorgliche Pflege an den ärmsten der Armen durch Ordensschwestern und jungen Menschen aus aller Welt, die eine solche Ausstrahlung hatten, zu erleben, rührte nicht nur mich zu Tränen. Besonders als Christ kann man nur Respekt vor solchem Einsatz haben.

Dann einige Tage später die Begrüßung und der Kontakt mit den Kindern und Schwestern in der Schule in Patibandla und im Heim in Atthalur bleiben uns allen in besonderer Erinnerung.

Zu sehen, welche Früchte die Arbeit vor Ort trägt, die durch die jahrelangen Spenden und Patenschaften getragen und von Father Allam ständig vor Ort begleitet wird, kann nur glücklich machen. Man muss wissen, dass gerade die Landbevölkerung im Süden eine hohe Rate von Analphabeten hat. Nur durch den Schulbesuch, den wir mit unseren Projekten fördern, erhalten die Kinder eine wirkliche Chance. Allen Mitreisenden war es möglich, ihr persönliches Patenkind und auch das von Freunden und Verwandten, die Briefe oder Geschenke mitgegeben hatten, zu treffen.

Wir nahmen wirklich den Eindruck mit, dass die Kinder unsere Hilfe zu schätzen wissen und dankbar und glücklich darüber sind. Für uns eine kleine Gabe, für Indien ein großes Geschenk! 

Dann am nächsten Tag, für manche eine Überraschung: die Einweihung des Paul-Josef-Nardini-Kinderheimes in Guntur.

Die Pfarrgemeinde von Father Allam bereitete uns einen großen, bunten, lauten - einen herrlichen Empfang. Nach einem feierlichen Gottesdienst in der nahe gelegenen Kirche der Ordensschwestern zogen wir zurück zum Kirchengelände, wo neben dem rechts liegenden Pfarrhaus das Paul-Josef-Nardini-Kinderheim fertig zum Einweihen war. Ich hatte Privatfotos vom Januar 2010 gesehen und meine Zweifel gehegt, dass dieser grobe Rohbau im Februar zum Einweihen bereit sei. Aber wie gesagt, die Inder überraschen uns immer wieder.

Die Einweihungsfeier mit Ansprachen und viel Tanz, gutem Essen und Kontakten mit den Menschen der Gemeinde machte und sehr glücklich.

Auf dem Kirchengelände konnten wir noch den Rohbau der neuen Pfarrkirche besichtigen. Zwei Tage zuvor wurde hier das Kirchendach zum zweiten Mal betoniert. Beim ersten Mal, vor ein paar Jahren, kam es zu einem Einsturz und zwei Männer mussten leider ihr Leben lassen. Jetzt ist alles gut gegangen und Dank der großzügigen Spende deutscher Freunde wird die Pfarrkirche bald vollendet werden.

Eine weitere bewegende Begegnung an diesem Tag war der Besuch im HIV-Beratungszentrum, in dem Father Allam neben seiner Gemeindearbeit als Projekt-Direktor tätig ist.  Dieses Zentrum wurde von der Diözese gegründet und finanziell getragen. Die AIDS-Medikamente bezahlt der indische Staat. Allerdings gibt es noch viele Lücken in der Versorgung der infizierten Menschen zu schließen und da greift Father Allam mit Mitteln aus dem Hilfsprojekt ein. Auch kleine Kredite zum Aufbau einer Selbständigkeit (Hilfe zur Selbsthilfe) werden gegeben. Wir erlebten 35 Frauen, die uns von ihrem neuen „Geschäft“ erzählten.  

Dies sind einige meiner wichtigsten Eindrücke. Vieles wäre noch zu berichten, aber es ist wirklich so, wie Father Allam seit Jahren sagte: „Kommen sie, sehen und erleben sie selbst!“

Nun habe ich es mit 16 netten Menschen gesehen und erlebt das INCREDIBLE INDIA. 
Reiseverlauf:

  • 1. Tag: Dienstag, 09.02.2010 (Frankfurt - Neu-Delhi)
    10.15 Uhr Linienflug von Frankfurt mit Air-India nach Neu-Delhi (6613 km), der Hauptstadt Indiens und mit ca.13 Millionen Menschen die zweitgrößte Stadt des Landes.
     

  • 2. Tag: Mittwoch, 10.02.2010 (Delhi)
    Besichtigungen:  Red Fort,  Rikschafahrt zur Großen Moschee (der größten Indiens), Besuch Mahatma Gandhis Grabmal, Fahrt durch das Regierungsviertel (Parla-mentsgebäude, Präsidentialgebäude).
     

  • 3. Tag: Donnerstag, 11.02.2010 (Delhi)
    Stadtrundfahrt durch Alt- und Neu-Delhi mit Besichtigung des Grabmals Humayuns, Qutub Minar und eines Sikh-Tempels.
     

  • 4. Tag: Freitag, 12.02.2010 (Agra)
    Abreise nach Agra (203 km, ca. 6. Std. Busfahrt).Während der Fahrt Halt in Sikandra mit Besichtigung.
     

  • 5. Tag: Samstag, 13.02.2010 (Agra)
    Besuch des weltbekannten Agra Forts, Besuch einer Marmorwerkstätte und nachmittags Besuch des Grabmals Taj Mahal, Abendgottesdienst im Hotelzimmer.
     

  • 6. Tag: Sonntag, 14.02.2010 (Jaipur)
    Abreise nach Jaipur (232 km, ca. 7. Std. Busfahrt). Unterwegs Besichtigung der verlassenen Stadt Sikri.
     

  • 7. Tag: Montag, 15.02.2010 (Jaipur)
    Stadtbesichtigung der „Rosa Stadt“ mit 3 Millionen Einwohnern. Fahrt nach Amber, Wasserpalast gesehen, Teppichknüpferei besucht, Pink Palast, Jantar Mantar (Sternwarte), Stopp am Palast der Winde.
     

  • 8. Tag: Dienstag, 16.02.2010 (Jaipur - Kalkutta)
    Morgens früh Abflug nach Kalkutta. (8 Millionen Einwohner). Besuch des Kali Tempels, dann nachmittags  Besuch Mutter Teresas 1. Wirkungsstätte, Victoria Palast, Rabindra-Bridge über den Hugli (Ganges).
     

  • 9. Tag: Mittwoch, 17.02.2010 (Kalkutta - Hyderabad)
    Aschermittwoch-Gottesdienst am Grab Mutter Teresas, Kinderheime besucht, nachmittags Transfer zum Flughafen, Flug nach Hyderabad.
     

  • 10. Tag: Donnerstag, 18.02.2010 (Hyderabad)
    Stadtrundfahrt in Hyderabad (3 Millionen Einwohner) und Besichtigung des Charminars, Golkonda Forts, (Salarjung Museum).  Nachmittags zum Birla-Tempel.
     

  • 11. Tag: Freitag,19.02.2010 (Hyderabad - Guntur)
    Vormittags Fahrt zum Folklorepark, nach dem Mittagessen  Busfahrt nach Guntur (ca. 300 Km, 7 Std. Zugfahrt). Abends Ankunft in Guntur.
     

  • 12. Tag: Samstag, 20.02.2010 (Guntur)
    Besuch der Kinderhilfsprojekte in Patibandla und Atthalur.
     

  • 13. Tag: Sonntag, 21.02.2010 (Guntur - Chennai)
    Begrüßung durch Father Allams Pfarrgemeinde in Guntur und  Gottesdienst mit anschließender Einweihungsfeier des Paul-Josef-Nardini-Kinderheimes in Guntur.
     

  • 14. Tag: Montag, 22.02.2010 (Guntur - Chennai)
    Nachts Zugfahrt nach Chennai.
     

  • 15. Tag: Dienstag, 23.02.2010 (Chennai)
    Nachmittags Fahrt zum Thomasgrab mit Gottesdienst in der Krypta, anschl. Zeit zum Shoppen im Sprencer Plaza.
     

  • 16. Tag: Mittwoch, 24.02.2010 (Chennai-Mumbai-Frankfurt)
    15.00 Uhr Transfer zum Flughafen. Abflug nach Mumbai zwei Stunden verspätet, (2 Flugstunden), Mumbai- Frankfurt (9 Flugstunden).

     

  • 17. Tag: Donnerstag, 25.02.2010 (Frankfurt)
    Um 06.55 Uhr Ankunft in Frankfurt.

 

Margrit Lange, im Februar 2010

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